{"id":20292,"date":"2022-08-05T08:26:52","date_gmt":"2022-08-05T08:26:52","guid":{"rendered":"https:\/\/klaipedon.lt\/naujienos\/die-unbekannte-kuste-ein-besuch-in-klaipeda\/"},"modified":"2026-09-29T11:48:06","modified_gmt":"2026-09-29T11:48:06","slug":"die-unbekannte-kuste-ein-besuch-in-klaipeda","status":"publish","type":"naujienos","link":"https:\/\/klaipedon.lt\/de\/nachricht\/die-unbekannte-kuste-ein-besuch-in-klaipeda\/","title":{"rendered":"Die unbekannte K\u00fcste: Ein Besuch in Klaip\u0117da"},"content":{"rendered":"\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-33277 aligncenter\" src=\"https:\/\/klaipedon.lt\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Klaipeda-1-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"940\" height=\"528\" \/>\n\n&nbsp;\n\nBlauer Stahl ragt hinter dunklen Kieferkronen hervor. Die riesigen Hafenkr\u00e4ne von Klaip\u0117da sind von einlaufenden Schiffen aus zuerst erkennbar. Bald darauf zeichnet sich der kilometerlange Sandstrand am Horizont ab. Wer kurze Zeit sp\u00e4ter an Land geht, erlebt eine moderne Stadt mit stolzer und umbruchsreicher Vergangenheit und einer pr\u00e4chtigen Gegenwart.\n\nAus der ehemaligen preu\u00dfischen Provinzstadt Memel ist die dynamische litauische Hafenstadt Klaip\u0117da geworden. G\u00e4ste finden hier eine einzigartige touristische Perle der litauischen K\u00fcste, ob f\u00fcr St\u00e4dtetrip, Strandferien oder Aktivurlaub.\n\n<strong>\u00c4nnchen und das kleine Berlin<\/strong>\n\nEin Gang durch die Altstadt zeigt die wechselvolle Geschichte Klaip\u0117das. In Litauens Tor zur Welt reihen sich neu und alt nahtlos aneinander: Am Flussufer laden Restaurants in umgebauten Speicherh\u00e4usern ein. Eine Ecke weiter trinken \u00e4ltere Herren ihren Kaffee vor einem restaurierten Jugendstilhaus.\n\nIm Hinterhof einer alten Werft plaudert derweil Klaip\u0117das Jugend bei bassreicher Musik, die aus den Boxen dr\u00f6hnt. Ihr \u201ekleines Berlin\u201c nennen die Einheimischen den Komplex von Bars und Street-Food-St\u00e4nden, der auf dem ehemaligen sowjetischen Werkgel\u00e4nde entstanden ist. All diese Facetten begegnen Reisenden in Litauens Hafenstadt innerhalb weniger Meter.\n\nIhren Rundgang durch die Altstadt beginnen die meisten am Theaterplatz (Teatro aik\u0161t\u0117). Genauso zentral, wie er im Herzen der Altstadt liegt, ist er in der Stadtgeschichte verankert. Wo sich einst der historische Marktplatz befand, erstrahlt heute das Stadttheater im neuen Glanz. \u00dcber die Jahrhunderte hinweg blieb der Platz immer einer der Dreh- und Angelpunkte Klaip\u0117das.\n\nVor dem Theater erinnert ein Brunnen an einen der S\u00f6hne des alten Memel, den Dichter Simon Dach. Auf dem Brunnen thront das \u201e\u00c4nnchen von Tharau\u201c. Die M\u00e4dchenfigur geht auf ein Gedicht zur\u00fcck, das Simon Dach seiner mutma\u00dflichen Jugendliebe zu ihrer Heirat widmete. Seit seiner Einweihung 1912 wich der Brunnen mehrmals gro\u00dfen Machtsymbolen. Erst 1989 kehrte das \u00c4nnchen auf Betreiben eines Vereins wieder an seinen Platz zur\u00fcck.\n\n<strong>Unterwegs auf der Luisen-Route<\/strong>\n\nSimon Dach bleibt jedoch nicht die einzige Spur preu\u00dfischer Geschichte, die man in Klaip\u0117da erleben kann. Auch das 1893 er\u00f6ffnete Hauptpostamt (Liep\u0173 g. 16) zeugt von der Vergangenheit der Stadt. Musikliebhaber sollten der Post an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag um 12 Uhr einen Besuch abstatten: Der Turm beherbergt eines von nur drei Carillons Litauens. Die Glockenspiele sind in Gr\u00f6\u00dfe und Spielart etwa mit einer Orgel vergleichbar.\n\nEinen der wohl geschichtstr\u00e4chtigsten Orte Klaip\u0117das stellt das heutige Rathaus (Dan\u0117s g. 17) dar: Im Januar 1807 wurde im damaligen Magistratsgeb\u00e4ude der englisch-preu\u00dfische Friedensvertrag unterschrieben, kurz darauf verweilte auch der russische Zar Aleksander I im Haus. An der Ostseite des Geb\u00e4udes erinnert eine Plakette an eine der prominentesten Bewohnerinnen: Luise von Mecklenburg-Strelitz, besser bekannt als K\u00f6nigin Luise von Preu\u00dfen. Auf der Flucht vor den Truppen Napoleons verweilte sie von 1807 bis 1808 in der Stadt.\n\n<strong>Memel liegt nicht an der Memel<\/strong>\n\nKlaip\u0117das Geschichte reicht jedoch weit \u00fcber K\u00f6nigin Luise hinaus. \u00dcber die mittelalterlichen Wurzeln der Stadt informiert unter anderem das Burgmuseum (Pilies Muziejus). Im 13. Jahrhundert gr\u00fcndeten Ritter des Deutschen Ordens an diesem Ort eine Burg, die sie auf den Namen Memel tauften.\n\nDer Name ging sp\u00e4ter auf die umliegende Stadt \u00fcber, obwohl er geografisch in die Irre f\u00fchrt: Weder Burg noch Stadt liegen an der Memel, sondern am kurischen Haff. Da die Memel jedoch in das Haff flie\u00dft, sahen es die Gr\u00fcnder vermutlich als Verl\u00e4ngerung des Flusses an.\n\nIn den erhaltenen Festungsanlagen der Memelburg (Prie\u0161pilio g. 2) befindet sich heute eines der modernsten Museen der Stadt. Besucher k\u00f6nnen sich hier \u00fcber alle Etappen der Stadtgeschichte informieren. Vom Mittelalter begleiten Museumsbesucher die Stadt Memel in die preu\u00dfische Zeit.\n\nTrotz des Aufschwungs, den die Stadt als Teil Preu\u00dfisch-Litauens erlebte, kam sie aber nie aus dem Schatten K\u00f6nigsbergs hinaus. Sp\u00e4ter bildete Memel die n\u00f6rdlichste Stadt des Deutschen Kaiserreiches, behielt jedoch auch hier ihren provinziellen Status.\n\nDie Ausstellung des Burgmuseums informiert ebenfalls \u00fcber die franz\u00f6sische Verwaltung des Memellands nach dem Ersten Weltkrieg sowie die \u00dcbernahme durch Litauen.\n\nLaute Bombenger\u00e4usche k\u00fcndigen im n\u00e4chsten Ausstellungsgeb\u00e4ude das folgende dunkle Kapitel der Stadtgeschichte an: Die Nationalsozialisten erzwangen 1939 den Wiederanschluss des Memellands an Deutschland.\n\nIm darauffolgenden Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt schwere Verluste. \u00dcber sechzig Prozent des Altstadtkerns wurden zerst\u00f6rt. Nach dem Krieg wurde Klaip\u0117da zwar wieder litauisch, f\u00fcr die Bewohner folgten jedoch \u00fcber vierzig Jahre sowjetischer Okkupation, die ihre Spuren nicht nur in der industriellen Infrastruktur und den Plattenbauten hinterlie\u00dfen. Noch heute erinnern sich viele B\u00fcrger der Stadt an die Zeit, in der ihnen der Zugang zum Meer verboten war.\n\n<strong>Auf dem Fluss, dem Haff oder dem Meer<\/strong>\n\nViele Besucher zieht zweifelsohne Klaip\u0117das N\u00e4he zum Wasser an. So erreicht man die Stadt nicht nur mit dem Zug aus\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nordisch.info\/litauen\/kaunas\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kaunas<\/a>\u00a0oder\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nordisch.info\/litauen\/vilnius-sehenswuerdigkeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vilnius<\/a>, sondern auch etwa mit den F\u00e4hren aus Deutschland und Skandinavien. F\u00fcr Segler stellt der litauische Hafen mittlerweile einen beliebten Anlegepunkt auf der Reise an der baltischen Ostseek\u00fcste dar.\n\nDoch nicht nur das Meer und das kurische Haff sind in der Stadt auf Schritt und Tritt sp\u00fcrbar. Auch auf dem Fluss Dang\u0117 ziehen von fr\u00fch bis sp\u00e4t Paddel-, Tret- und Ruderboote an den anliegenden Restaurantschiffen vorbei. Auf den Decks der umgebauten Segelschiffe und Fischkutter genie\u00dfen Bewohner und G\u00e4ste der Stadt ihr Abendessen oder einen Drink. Im Sommer legen auch DJs auf den Steuerposten alter sowjetischer K\u00e4hne auf.\n\nEinheimische sind sich sicher: Wer Klaip\u0117da nicht vom Wasser betrachtet hat, hat die Stadt nicht gesehen. Bei einer Fahrt auf der Dang\u0117 offenbart sich nicht nur ein einzigartiger Blick auf die alten Speicher, sondern auch auf das Wahrzeichen der Stadt, das Segelschulschiff Meridianas (Kurpi\u0173 g.).\n\nDer in Finnland gebaute Dreimaster fuhr zwanzig Jahre lang als Segelschulschiff der sowjetischen Flotte zur See. Seit 1970 empf\u00e4ngt er als umgebautes Restaurantschiff G\u00e4ste zu maritimen Speisen.\n\nWer die Meridianas vom Wasser beobachten m\u00f6chte, findet am Ufer der Dang\u0117 zahlreiche Anbieter f\u00fcr Bootsausfl\u00fcge auf Fluss und Haff. Mit Tret- und Ruderbooten, im Kanu oder auf dem Stand-up-Paddle kann man die Dang\u0117 aber auch auf eigene Faust erkunden.\n\nWer sich nicht zu sehr verausgaben m\u00f6chte, kann auch einen elektrischen Katamaran anmieten. Die modernen Boote fahren mithilfe eines Motors und werden \u00fcber eine Fernbedienung gesteuert. Entlang des Hafens zieht man damit gem\u00fctlich an den anliegenden Schiffen vorbei. Wer es ruhiger mag, findet sich landeinw\u00e4rts schnell im Gr\u00fcnen wieder.\n\n<strong>Perfekte Str\u00e4nde in n\u00e4chster N\u00e4he<\/strong>\n\nKein Klaip\u0117da-Urlaub ohne Besuch auf der kurischen Nehrung. Die Landzunge lockt mit langen Str\u00e4nden, dichten W\u00e4ldern und malerischen Fischerd\u00f6rfern. Seit 2000 steht sie auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.\n\nAuf den gut ausgebauten Strecken kann man den etwa 50 Kilometer langen litauischen Teil der Nehrung bequem per Fahrrad erkunden. Gekennzeichnete Wege sollten am besten nicht verlassen werden, denn im Nationalpark\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nordisch.info\/litauen\/kurische-nehrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kurische Nehrung<\/a>\u00a0stehen Pflanzen und Tiere unter strengem Naturschutz.\n\nAuch Badeurlauber finden an einer \u00dcberfahrt von Klaip\u0117da auf die Nehrung ihren Gefallen. F\u00fcr ihre besondere Qualit\u00e4t wurden die Str\u00e4nde entlang der Nehrung mit der blauen Flagge ausgezeichnet, einem G\u00fctezeichen f\u00fcr Badestr\u00e4nde.\n\nWer auch bei schlechtem Wetter das maritime Leben kennenlernen m\u00f6chte, stattet dem Meeresmuseum (Smiltyn\u0117s g. 3) auf der Nehrung einen Besuch ab. Das Museum beherbergt das gr\u00f6\u00dfte Aquarium Litauens und begeistert mit seinen Ausstellungen nicht nur Kinder.\n\nVom Anleger der Fu\u00dfg\u00e4ngerf\u00e4hre in der Altstadt (Dan\u0117s g. 1) erreicht man den Ort Smiltyn\u0117 in wenigen Minuten. Tickets kosten nur wenige Euro und gelten f\u00fcr Hin- und R\u00fcckfahrt. Vom F\u00e4hranleger ist der Badestrand nur einen kurzen Spaziergang durch den Kiefernwald entfernt. Besonders f\u00fcr Kitesurfer lohnt sich ein Besuch im Fr\u00fchjahr und im Herbst: Zu diesen Jahrzeiten treffen sie an der K\u00fcste auf bis zu vier Meter hohe Wellen.\n\n<strong>Bernstein \u2013 das baltische Gold<\/strong>\n\nDer Strandtag auf der kurischen Nehrung ist nicht nur f\u00fcr Wasserratten interessant. Mit etwas Gl\u00fcck und Ausdauer findet man am Strand mitunter Bernstein. Die kurische Nehrung geh\u00f6rt zu einem der h\u00e4ufigsten nat\u00fcrlichen Fundorte der Harzsteine in Europa. Wer nicht lange nach den golden gl\u00e4nzenden Brocken suchen m\u00f6chte, kann in einer der \u00f6rtlichen Galerien ein Andenken erstehen.\n\nEine der eindrucksvollsten Sammlungen in Klaip\u0117da befindet sich in der Galerie Amber Queen (Turgaus g. 3). Besucher k\u00f6nnen dort nicht nur Bernsteinschmuck und -kunst kaufen. Im Museumsteil erfahren sie auch allerlei Interessantes \u00fcber das Material und seine Verarbeitung.\n\nIn der Sammlung finden sich verschiedene bernsteinverzierte Gegenst\u00e4nde aus dem Lauf der Jahrhunderte \u2013 traditioneller Volksschmuck ebenso wie Plaketten aus der NS- oder Sowjetzeit.\n\nEinige Bars in Klaip\u0117da bieten nicht nur Bernstein f\u00fcr die Augen, sondern auch f\u00fcr den Gaumen: Die goldenen Harzsteine geben dem Bernstein-Wodka seine harzige, herbe Note.\n\nKleine Boote, lange Str\u00e4nde, Bernstein, alte Speicher, neue Viertel: Die litauische K\u00fcste bietet ihren G\u00e4sten Altbekanntes, Neues und Atemberaubendes. Bislang lag Klaip\u0117da zwar bei Urlaubern h\u00e4ufig im Schatten gro\u00dfer Ostseemetropolen wie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nordisch.info\/lettland\/riga-aufstrebende-hauptstadt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Riga<\/a>\u00a0und Danzig. Wer Halt in Klaip\u0117da macht, wird diese Reise aber so schnell nicht mehr vergessen.\n\n&nbsp;\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Informationsquelle<a href=\"https:\/\/www.nordisch.info\/litauen\/ein-besuch-in-klaipeda-unbekannte-kueste\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> www.nordisch.info<\/a><\/em><\/p>\n&nbsp;\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Blauer Stahl ragt hinter dunklen Kieferkronen hervor. Die riesigen Hafenkr\u00e4ne von Klaip\u0117da sind von einlaufenden Schiffen aus zuerst erkennbar. Bald darauf zeichnet sich der kilometerlange Sandstrand am Horizont ab. 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