Über den Ort
Passant:
– Du wirkst merkwürdig verdreht: Du setzt einen Schritt nach vorn, zweifelst aber, drehst dich zurück, schaust dich um, möchtest davonlaufen. Du versuchst herauszufinden, wohin die anderen gehen. Aber du willst nicht mit ihnen gehen. Du zögerst.
Skulptur:
– Als man mich aufstellte, stand ich zuerst nicht in diesem Blumenbeet, sondern neben dem Weg. Dort würde ich gern wieder stehen. Ich wurde nicht zum Bewundern geschaffen, nicht dazu, eine Blume unter Blumen zu sein – ich wurde zum Weggehen geschaffen. Ich mache einen Schritt nach vorn, aber eigentlich gehe ich zurück. Vielleicht sollte ich nicht „Die Gehende“, sondern „Die Fortgehende“ heißen.
– Stein ist lebendig, nicht weil ich das beschlossen habe. Er ist einfach lebendig.
– Die Arbeit mit Stein dehnt sich über die Zeit aus, und das formt die Bewegung meines Bewusstseins. Stein heilt.
– Mein Weg führt vom Kleinen zum Großen. So gelingt mir das Schaffen am besten.
– Was ist das Wichtigste im Leben? – das Wunder des Augenblicks zu begreifen, in dem man die Augen öffnet.
– Der Mythos wird in Stein gemeißelt, die Wahrheit aber findet man in einem Sandkorn. Menschen schaffen Mythen, weil sie mächtig sind, doch das Wunder liegt im Sandkorn.
Passant:
– Ich stelle mir vor, dass in der Antike ein bärtiger Philosoph, der dem Bildhauer Antanas Šnaras ähnelt, so zu den um ihn sitzenden Schülern gesprochen hätte.